Ganz kurz, wir könnten die Folge auch schwitzige Hände nennen.
Das ist eine gute Idee.
Stimmt.
Gefällt mir.
Schwitzige Hände.
Damit ist der Folgenditel auch schon bestimmt.
Sehr gut.
Markus, was hast du denn letzte Woche eigentlich gemacht?
Landtagssitzung.
Hallo Thomas.
Das war Sitzungswoche.
Sitzungswoche in Mainz.
Sitzungswoche in Mainz oder was heißt Sitzungswoche, Sitzungstage in Mainz im Landtag und es waren
interessante Tage vor der Bundestagswahl, natürlich sehr, sehr spannend.
Welche Wahl?
Bundestagswahl.
Vor der Bundestagswahl.
Die war am Sonntag, falls du es nicht mitbekommen hast, wir hatten am Sonntag Bundestagswahl,
lieber Thomas.
Du hast es vergessen wieder.
Hast du schon fast verdrängt alles, genau.
Richtig.
Aber nicht verdrängt hat das ganz bestimmt Julian, der hat das auch sicherlich mitbekommen
und ich gehe auch mal davon aus, dass es unser Gast mitbekommen hat, der ist nämlich heute
auch mit hier am Start.
Hallo Johann, grüß dich.
Hallo, ja ich habe auch von der Bundestagswahl gehört, das ist so nicht ganz in mir vorbeigegangen.
Hast du in der Zeitung gelesen, ja?
Ja, in der Zeitung, kurz nachdem ich das Fax bekommen habe.
In den Nachrichten war aber nichts, oder?
Fast keine Talkshow hat darüber gesprochen.
Ne, ne, ne.
Das geht nur über die ganz alten Medien.
Ja, ich habe es auch nur aus der Nachbarschaft, die mir irgendwie sagten, es war irgendwie
was gewesen am Sonntag.
Ja.
Ja, herzlich willkommen, ihr drei, kann ich ja sagen, Thomas, Julian und Johann.
Das ist ein bisschen, da muss ich aufpassen, dass ich die Namen nicht verwechsel.
Johann, Julian, sehr nah beieinander.
Seid gegrüßt, ich hoffe, es geht euch gut.
Mhm.
Sehr schön.
Johann ist...
Na, passt.
Bitte?
Passt.
Passt.
Johann ist Gast, das reimt sich wundervoll.
Johann ist Praktikant bei mir, bei uns, im Wahlkreisbüro seit letzter Woche.
In der letzten Episode, da saß an seiner Stelle noch jemand anderes, nochmal herzliche Grüße
an Aaron.
Das war ja unser Praktikant damals, bei der letzten Folge und jetzt in dieser Folge haben
wir einen anderen, einen neuen Praktikanten, nämlich den Johann, Johann Thomas.
Hi Johann, grüß dich.
Hallo.
Stell dich vielleicht kurz vor den Zuhörerinnen und Zuhörern.
Ja, ich bin der Johann, ich bin 15 Jahre alt, ich mache immer ein Praktikum, ich esse gerne
Nudeln und ich arbeite ehrenamtlich in meiner lokalen Kirchengemeinde.
Und wo ist die?
In Eschborn-Niederhöchstadt, das ist so ein Ort, den man vielleicht kennt, eher nicht,
das ist in der Nähe von Frankfurt.
In Frankfurt, für die, die das nicht wissen, das ist am Main.
Und die Ebsch-Zeit, das ist ja so der Twist zwischen den Rheinland-Pfälzern und den Hessen,
die ja durch den Rhein getrennt werden und man sagt dann immer von der jeweils gegenüberliegenden
Seite, das andere ist dann die Ebsch-Zeit.
Für uns Rheinland-Pfälzer klar, über den Rhein Richtung Hessen, das ist dann die Ebsch-Zeit.
Johann, wie kam es dazu, bist du an mich gekommen oder an das Praktikum, was war dahinter
der Grund?
Wie kam das?
Ein entfernter Verwandter, der Fabian Wamser, ist in Schwaben, in Bayern, bei der SPD und
der hatte mitgekriegt, dass ich gerne ein Praktikum bei der SPD machen würde und der
hat dann Kontakt zu Markus aufgebaut und dann hat sich das alles so, ja, hat funktioniert.
Großartig.
Fabian Wamser kenne ich aus der Kommunalakademie der SGK, also das sind jetzt alles sehr spezielle
Fachbegriffe.
Im Grunde ist das so eine Art Fortbildungsakademie der SPD, die findet zweimal im Jahr bundesweit
statt, also da gibt es dann einen Ort im Norden und einen im Süden, sowas eben jedenfalls
früher und ich war vor einigen Jahren in dieser Akademie für vier Wochenenden, waren
wir da einkaserniert im sozialdemokratischen Fortbildungszentrum, wir waren damals in Steinbach
bei Frankfurt, gar nicht so weit weg von dir Johann.
Ja das ist schon zwei Kilometer.
Genau und da habe ich Fabian kennengelernt, Fabian Wamser, ein SPD-Genosse aus dem schönen
Bayern.
Schön.
Ich habe immer so ein bisschen Mitleid, wenn ich an Bayern und die SPD denke, weil ich
immer glaube, oh Gott, denen geht es noch deutlich schlechter als der SPD, vielleicht
im Moment auf Bundesebene, aber ich weiß und kenne den Fabian ja eben von diesen vier Wochenenden
auch, dass es da richtig engagierte Genossinnen und Genossen gibt und auch ein enger Vertrauter
aus der Fraktionsgeschäftsstelle, den Johann und Julian und Thomas auch kennen, der liebe
Faris Kabutli, der ja mittlerweile Mitarbeiter ist bei der SPD-Fraktionsgeschäftsstelle,
auch hier schöne Grüße, der war auch in Bayern bei der SPD-Fraktion, glaube ich, auch
mal beschäftigt.
Also Fabian und Faris dürften sich vermutlich über die SPD kennen, auch wenn es Fabian,
glaube ich, Johann nie in den Landtag geschafft hat dort.
Er hat immer wieder mal kandidiert, aber gereicht hat es wohl nie.
Das ist auch eher so ein kleines Dorf, da ist es nochmal schwieriger.
In München wäre es vielleicht möglich gewesen, aber nee.
Also ganz, ganz liebe Grüße an den Fabian an dieser Stelle.
Vielleicht hört er ja zu, vielleicht kriegt er ja mit, dass er dann auch, dass der Johann
in dieser Folge ist und dass er natürlich damit auch Thema in dieser Runde war.
Wird mal wieder Zeit für ein Treffen, lieber Fabian, melde dich doch mal.
Also, ja, letzte Woche, lieber Thomas und lieber Johann und lieber Julian war Landtagssitzung
und da ging es stellenweise heiß her und stellenweise war es auch sehr ruhig, also
eine Achterbahn der Gefühle kann man sagen.
Johann, wie war es für dich?
Ich war in der ersten Plenarsitzung ja nur relativ kurz da, weil ich nur sechs Stunden
am Tag arbeiten darf und ich davor schon erst noch im Wahlkreisbüro war.
Da habe ich eigentlich nur mitgekriegt, wie ein Tagesordnungspunkt von der AfD besprochen
wurde zum Thema Migration und wie man es sich bei der AfD vorstellen kann, war das so zu
95 Prozent eigentlich nur Hass und Hitze und das war nicht schön.
Der nächste Tag, das war dann ein bisschen angenehmer, wir hatten erst das Thema zum
regionalen Zukunftsprogramm, das ist ja das 200 Millionen Euro an die schwächeren Kommunen
in Rheinland-Pfalz gegeben wurden, wenn ich das richtig verstanden habe, und dann noch
ein paar kleinere Themen.
Gegen Ende wurde das dann etwas zu ruhig, da ging es um Bürokratieabbau, da habe ich
eventuell auch ein bisschen abgeschaltet.
Du hast auch ein bisschen abgebaut, aber das ist okay, wenn man so lange dort jetzt in
dem Fall bei dir natürlich auf der Besuchertribüne sitzt und der Tagesordnung folgt.
Das sind schon lange Tage, ja, und es geht ja nicht nur dir so.
Und es ist nicht so gemütlich, ich weiß, wir haben mal, Johann, tatsächlich während
der Corona-Pandemie, als wir diese Abstandsgebote hatten, als Abgeordnete die wunderbare Ehre,
den ganzen Tag dort oben zu sitzen.
Und ich bin jetzt jemand mit meinen 1,87, der relativ lange Beine hat und es war für
mich auch nicht immer angenehm, dort oben den ganzen Tag zu verbringen.
Ich kann das ein bisschen mitfühlen, Johann, tatsächlich, ja, und auch rein von den Tagesordnungspunkten
her ist natürlich klar, am Anfang ist meistens Stimmung in der Bude, das sind die aktuellen
Debatten, da will die Opposition natürlich punkten, da ist auch die Presse und das mediale
Geschehen viel, viel größer und ja, ich sag mal so zum Abend hin lässt es dann auch
irgendwann nach und man hat dann ja eher ein bisschen den Kampf damit, noch der Debatte
intensiv zu folgen, weil natürlich auch zu später Stunde alle müde werden und es ist
ja auch nicht unanstrengend in so einer Landtagssitzung, ja genau, deswegen kann ich das verstehen,
aber du hast ja ein paar Sachen gut gemerkt, also 200 Millionen, genau, regionales Zukunftsprogramm,
wir hatten auch ein bisschen gesprochen über das Lieblingsthema dieser Runde, die Grundsteuer
und wir haben auch ein bisschen gesprochen über das Thema Infrastruktur und Investitionen
im Rheinland-Pfalz, das sage ich deshalb, weil ich, Johann, ja dazu sprechen durfte
und das war ja auch teilweise eine sehr hitzige Debatte, die ich da führen durfte.
Wie fandest du es sonst, Johann, so vom Ambiente her, vom Feeling her, würdest du es empfehlen,
da mal reinzugucken, so für einen halben Tag?
Ich würde es definitiv empfehlen, vielleicht vorher auf der Website vom Landtag gucken,
was man sich für Debatten dann anguckt, zu welcher Uhrzeit, weil es gibt Debatten, die
sind ein bisschen langweiliger und da kriegt man jetzt nicht so ein passendes Bild, aber
ich finde, das kann man sehr empfehlen, das hat, vor allem wenn es angespanntere Themen
sind, auch ein sehr spannendes Ambiente, da folgt man wirklich mit, das macht auch Spaß
eigentlich, ich kann das eigentlich allen empfehlen, die da ein bisschen politisches
Interesse haben.
Ja, absolut.
Johann, du warst ja auch mit Markus im Abgeordnetenhaus, ist das auch ein Anreiz, mal Landtagsabgeordneter
zu werden, um diese schönen Zimmer beziehen zu können?
Oh Gott, wenn die Kollegen zuhören!
Ja, erzähl mal, Johann.
Das würde ich jetzt nicht sagen, ich würde nicht sagen, man wird Abgeordneter, nur um
dieses Abgeordnetenhaus bewohnen zu können.
Lohnt sich nicht, meinst du?
Es ist definitiv so ein Faktor zu wissen, wenn ich Abgeordneter bin, muss ich nicht
jeden Tag aus meiner Heimatgemeinde nach Mainz fahren und dann abends zurückfahren
und am nächsten Morgen wieder hin, weil die Debatte zwei Tage dauert, da hätte ich jetzt
keine Lust drauf.
Aber es ist schon mal gut zu wissen, dass man im Abgeordnetenhaus so ein kleines Zimmer
kriegt, also so ein Pet-Apartment, dass es sehr schnuckelig darin ist, so ein ganz kleines
Bett, ein Badezimmer und so ein Waschbecken und eine Spülmaschine, glaube ich, sogar
auch.
Hat man eine Spülmaschine?
Ich habe nicht genau geputzt.
Es gibt einen Kühlschrank und es gibt – ich habe die noch nie benutzt – so eine studentische
Herdplatte, nenne ich das jetzt mal, aus einer Studenten-WG.
Ja, es gibt Sanitäranlagen in Form von Dusche und WC und es gibt auch ein kleines Bett,
aber also in der Tat, wenn ich Leuten draußen so erzähle, so, ja, ich bin heute Nacht wieder
in Mainz und dann werde ich gefragt, ja, wo schläfst du denn da im Hotel?
Und dann sage ich immer, nee, nee, wir haben so kleine Wohnungen, dann stellen sich die
Menschen da immer draußen vor, dass das irgendwie schöne Hotelzimmer sind, große Zimmer, geräumig,
ja, wo wir dann mit einem großen Fernseher uns irgendwo hinsetzen können und noch schön
was in der großen geräumigen Küche kochen können.
Nein, das hat also tatsächlich wirklich nur den Zweck und das sind einfach zweckdienliche
Wohnungen.
Das hat nur den Zweck, dass wir dort ein bisschen was arbeiten können.
Wir haben da also unser Schreibtisch drin und eben, wie gesagt, so eine kleine Schlafkajüte,
das muss man sich ein bisschen vorstellen wie auf der Raumstation ISS, dann klappt man
quasi so einen Deckel runter, nur man schwebt halt nicht weg, sondern man liegt dann auf
diesem bettähnlichen Gestell und kann dann sozusagen über Nacht in Mainz bleiben, was
dann schon mal hilft, wenn am nächsten Morgen die Debatten direkt weitergehen und man bis
später abends teilweise auch in Sitzungen sitzt oder parlamentarische Abende besucht
oder im Zweifel auch noch an der Rede feilt für den nächsten Morgen, dann ist es immer
gut zu wissen, dass man in Mainz bleiben kann.
Ist ja auch kein Geheimnis, dass man auch mal abends ab Feierabend dann vielleicht mal
ein Gläschen Wein trinkt oder ein Bier und dann ist ja, wissen wir alle, Autofahren gar
nicht gut und deswegen ist das schön, dass wir dann ein paar Zimmer haben, aber das ist
wirklich, man sollte es nicht überbewerten.
Ich kann mal ein Bild reinstellen, wir können doch sichern, die Show Notes, lieber Julian,
mal ein paar Bilder reinstellen von diesem Zimmer, dass es überhaupt nichts Schlimmes,
was man dort sieht.
Da kann man sich aber mal einen Eindruck verschaffen davon, wie so ein Zimmer aussieht.
Ist also nicht zu viel zu erwarten.
Für einen Schüler ist das, glaube ich, ein interessanter Einblick, denn wer studiert,
der wird wahrscheinlich ähnlich wohnen erstmal.
Ja, also mein Studentenzimmer im Wohnheim in Weisenau sah ziemlich genauso aus wie dein
Büro, würde ich sagen.
Also mein erstes Zimmer in Mayen damals, als ich studiert habe an der Fachhochschule damals,
das war auch, ich weiß gar nicht, der Vermieter wird wahrscheinlich nicht zuhören und wenn
weiß ja keiner, wer es war, das war die erste Wohnung, die ich hatte im Grundstudium, war
sehr abenteuerlich.
Das war sehr wild.
Die zweite, die ich dann im Hauptstudium und im Abschlussstudium hatte, die war dann
doch deutlich besser.
Da war ich dann bei einer ganz lieben Familie und wir hatten auch eine total liebe Vermieterin.
Ja, ja, aber es waren am Ende alle Studentenbuden, klar, natürlich, aber war auch eine tolle
Zeit.
Also Johann, falls du studieren gehst, freu dich drauf, es hat auch was für sich.
Du planst das, weißt du denn schon was?
Nein.
Aber ich habe schon so einen kleinen Plan rausgelegt, mein Bruder macht das auch so.
Ich mache ja FSJ als Rettungssanitäter, der macht mir direkt eine Ausbildung mit für
drei Monate und dann würde ich auch durchs Krankenwagenfahren mir das Studium finanzieren.
Das wäre mein Plan.
Aktuell schwanke ich noch so zwischen Jura und Gesellschaftswissenschaften generell.
Das klingt gut, das klingt nach einem guten Plan.
Wir hatten ja schon mal kurz darüber gesprochen, also ich wäre nach dem Abi im Nachhinein
auch lieber in FSJ oder in eine Ausbildung gegangen als direkt ins Studium.
Das ist gescheiter, dann lernt man mehr, wenn man das so macht, glaube ich.
Und ich habe mir überlegt, einfach nur aus Witz so ein Semester lang Philosophie zu belegen,
nur um es abzubrechen.
Nur um mal sagen zu können in deinem Leben, du hast mal Philosophie studiert.
Nein, nein, nein.
Ich habe ein Philosophie-Studium abgebrochen.
Ja, das ist so, genau.
Sehr schön.
Jo, es war eine ereignisreiche Woche, Johan.
Wir haben viel erlebt miteinander auch.
Du warst ja auch bei vielen Terminen dabei.
Du hast am Dienstag zwei führende Persönlichkeiten der SPD aus Berlin kennengelernt.
Vielleicht willst du ja kurz erzählen, wo wir morgens im Brauwerk waren in Bad Kreuznach
und abends in Idar-Oberstein, wen du da getroffen hast.
Genau, wir waren in Idar-Oberstein in der Messe und da war so ein, ich weiß nicht, wie
ich das nennen soll, ich hab jetzt in so einem kleinen Bericht Empfang geschrieben, da stand
so eine kleine Bühne in so einem großen Warenhaus, davor ganz viele Stühle und gesprochen haben
der Joe Weingarten, den kennt man bei euch in der Gegend glaube ich auch, und der Boris
Pistorius, der Verteidigungsminister und das war für mich sehr beeindruckend, weil ich
nicht gedacht hatte, ich würde solche Prominenz sehen und ich habe tatsächlich, nachdem der
Herr Pistorius was gesagt hat, auch eine Frage stellen können, das war sehr aufregend, ich
hatte sehr schwitzige Hände danach, aber es hat sich definitiv gelohnt.
Was hast du denn gefragt?
Es ging darum, weil der Boris Pistorius möchte die Wehrpflicht wieder einführen, ob ich
einfach ohne größere Komplikationen die Möglichkeit hätte, Zivildienst zu machen, weil ich eben
überzeugter Pazifist bin und lieber keinen Wehrdienst machen würde.
Und das hat er bejaht, er hat im Grunde erklärt, dass natürlich das Grundgesetz schon das
verfassungsmäßige Recht, auch den Dienst an der Waffe zu verweigern, weiterhin gilt,
das heißt natürlich wird niemand zur Waffe gezwungen, sondern man hat natürlich die
Möglichkeit, sich dann auch des Kriegsdienstes zu verwehren, also so jedenfalls habe ich
es dann verstanden, wobei jetzt natürlich die große Frage ist, und das bringt uns natürlich
auch zu der Debatte, was aktuell ja auch stattfindet, wie sich dann jetzt auch die nächste Regierung
dazu stellt.
Ich meine, der Ukraine-Krieg ist nach wie vor, leider muss man sagen, am Brennen, das
scheint ja im Moment alles nicht besser zu werden und überall in der Welt wird es schwieriger,
auch militärisch, insofern wird vielleicht die Frage der künftigen Ausstattung der Bundeswehr
nicht nur materiell, sondern auch personell eine große spielen und da werden sicherlich
nochmal einige Diskussionen darüber stattfinden.
Und Markus, wir waren ja morgens oder mittags war es eigentlich noch in Kreuznach im Brauwerk
und dort war auch der Joe Weingarten und hatte den Rolf Mütze nicht eingeladen, da habe
ich dann die Gelegenheit gehabt, eine Frage zu stellen, Johann.
Hattest du auch schmutzige Hände, Thomas?
Ich hatte doch ein bisschen, also ich bin es vielleicht eher gewohnt, bei so Gelegenheiten
etwas zu sagen oder zu fragen als du, Johann, aber so ein klitzekleines bisschen nervös
ist man doch immer, wenn man von Leuten etwas sagt, wenn man sich da exponiert.
Mir ging es dann um den Sonntag, um die Wahl und wie es danach weitergehen könnte.
Da hat er eine ganz gute Antwort gegeben, finde ich, aber da kommen wir dann wahrscheinlich
auch gleich automatisch drauf.
Aber ja, der Termin abends mit dem Boris Pistorius, da war ich ja nicht dabei, aber das war bestimmt
interessant, weil es da dann richtig um politische Inhalte im Verteidigungsressort ging.
Das ist bestimmt interessant gewesen.
War es.
Absolut, ja, also es ist immer natürlich beeindruckend, auch für mich nach wie vor,
wenn man Prominenz empfängt oder sieht.
Das ging mir am Anfang vor allen Dingen so, als ich 2019 in den Landtag kam, als ich meine
ersten Fraktionssitzungen besucht habe und dann Leute wie Malu Dreyer und Alexander Schweizer
vor mir saßen, dann war das schon sehr beeindruckend.
Da gewöhnt man sich dann mit der Zeit dran, weil es irgendwann dann ja auch einfach Kollegen
sind, mit denen man auch regelmäßig zu tun hat.
Das wird dann irgendwann auch so ein bisschen normal, aber es ist natürlich klar, wenn
dann ein Bundesverteidigungsminister oder ein Fraktionsvorsitzender einer Bundestagsfraktion
vor einem steht oder sitzt, dann kribbelt es doch noch und man ist doch auch für mich
als einfacher Abgeordneter doch noch nervös, obwohl man das politische Geschäft jetzt
in meinem Fall dann schon knapp sechs Jahre jetzt macht.
Immer wieder eine aufregende Geschichte, aber das macht ja auch Spaß, so Leute auch
mal zu sehen.
Und meistens sind so Menschen in dieser professionellen Umgebung ja auch unglaublich gut, was die
Rhetorik angeht und auch was die Inhalte angeht, da kann man auch immer gut zuhören.
Und ich fand auch Boris Pistorius hat das an dem Abend sehr, sehr schön gemacht und
auch sehr deutlich gemacht.
Leider hat es dann am Ende für Joe Weingarten bei der Bundestagswahl nicht gereicht.
Er hat die Erststimme nicht gewonnen bei uns in der Region, es sind ja zwei Landkreise
davon tangiert, der Landkreis Birkenfeld und der Landkreis Bad Kreuznach.
Er hat bei der Erststimme unterlegen gegen Julia Glöckner und deswegen ist Joe Weingarten
jetzt künftig leider, will ich wirklich sagen, an dieser Stelle nicht mehr im Bundestag
vertreten.
Leider deshalb, weil das natürlich für mich als Landtagsabgeordneter auch immer ein fester
Ansprechpartner war in allen Angelegenheiten, die sich bundespolitisch auch bei mir aufgetan
haben.
Und das genauso.
Wenn er mal was hatte, was die Landespolitik betraf, wusste ich auch, dass er sehr schnell
auch Kontakt zu uns aufnimmt, nicht wahr, Thomas und Julian?
Das wird künftig anders sein.
Ja, klar.
Wir hatten ja auch einen guten Draht zu seinen Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen, das war schon
hilfreich.
Und man muss ja auch sagen, wenn ich mir das Erststimmenergebnis anschaue, hat er Joe gut
abgeschnitten.
Natürlich nicht aufgrund des Bundesgrenzes, würde ich behaupten, nicht gut genug, um
dann Frau Klöckner, die jetzt gewonnen hat, zu schlagen, aber das Ergebnis war schon sehr
ehrenwert.
Ja, es war eine knappe Kiste, also so weit weg war er ja gar nicht.
Ja.
Ja.
Ja, das stimmt.
Ja, aber so ist Demokratie, das gehört eben auch dazu, das muss man dann auch akzeptieren.
Und ich will an dieser Stelle mal ausdrücklich sagen, ich finde bemerkenswert auch, mit welcher
Ruhe und Gelassenheit er das auch annimmt, dieses Ergebnis, da gibt es jetzt keine Repressalien
oder irgendwie schlechte Stimmung und schlechte Laune, wir haben an dem Abend, so viel darf
ich vielleicht sagen, auch nochmal zusammengesessen am Wahlabend, nicht nur wir, sondern eine
ganze Menge an Genossinnen und Genossen, wir haben uns da nochmal getroffen und Joe war
wirklich derjenige, der sofort reinkam und gesagt hat, jetzt lass mal nicht die Gesichter
hängen, das war doch an und für sich, haben wir doch einen guten Wahlkampf gemacht, natürlich
ist das Ergebnis jetzt nicht das gewünschte, aber ich finde, sowas zeugt immer von unglaublicher
Größe, wenn jemand sowas nicht persönlich nimmt, sondern mit erhobenem Haupte dann auch
so eine Niederlage, die es ja am Ende dann war, auch akzeptiert und das ist für uns
natürlich auch als die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer immer auch ein schönes Zeichen,
wenn der Kandidat den Kopf nicht hängen lässt, sondern sagt, bleibt engagiert, bleibt motiviert,
man verliert eben auch mal Wahlen, das gehört eben in einer Demokratie auch dazu, wobei
das Ergebnis für unsere Partei, für meine Partei, die SPD, natürlich schon eins ist,
was mich sehr umtreibt, weil es nicht einfach nur irgendeine Niederlage war, wie wir sie
ja auch als SPD immer wieder mal hatten, sondern ich finde schon, dass diese 16%-Niederlage,
die wir da jetzt einstecken mussten, eine ganz besondere Qualität hat, über die wir
sicherlich auch reden müssen.
Ja, lass uns noch kurz in der letzten Woche bleiben, ich glaube über das Thema Grundsteuer
müssen wir uns jetzt in der Folge nicht nochmal ausbreiten, auch wenn du wieder eine Veranstaltung
für uns immer hattest, also das wird dich noch eine Weile begleiten, oder?
Jaja, es stehen auch noch die nächsten Veranstaltungen an, also das Thema wird tatsächlich auch
weiter ein Thema bleiben, ja.
Aber du hattest eine Veranstaltung noch, da warst du alleine, da war auch Johann glaube
ich nicht dabei, nämlich am Freitagabend.
Ja, da habe ich meine Bahn verpasst.
Ja, richtig, genau.
Mit Eisenbahnen haben wir unseren Spaß gehabt letzte Woche, Johann, ja.
Auch ein Thema, Deutsche Bahn, herzliche Grüße nach Berlin, verhandelt da bitte was rein.
Ich bin ja für eine Rückverstaatlichung der Deutschen Bahn, aber auf mich hört ja keiner.
Das Problem war so ein bisschen, ich stand da tatsächlich vor dem Zug, der Zug stand
noch, Motor nicht an, ich drücke auf diesen blöden Knopf, dass die Tür aufgehen soll.
Leute drücken auch von innen, Tür geht nicht auf, eine Minute lang geht das so, dann fährt
der Zug los.
Ja, das war schade, Johann, dass das nicht geklappt hat, dass du den Zug verpasst hast.
Wir hatten uns ja eigentlich darauf gefreut, dass Alexander Schweizer, also der Ministerpräsident
von Rheinland-Pfalz, nach Bad Kreuznach kommt zu den Wirtschaftsunionern, die Wirtschaftsunionern
haben dort ihren Jahresempfang gehabt, also ich sag mal so eine Art Neujahrsempfang und
dort hätte Alexander Schweizer ja ein Grußwort halten sollen, einen Impulsvortrag halten
sollen als Ministerpräsident und dazu kam es leider nicht, weil wir ja einen wirklich
tragischen Todesfall in der Regierung, in der Landesregierung hatten, es war ja auch
an der Presse dann relativ schnell bekannt, dass unser Justizminister Herbert Mertin verstorben
ist und an dem Tag, als das passiert ist, das war eben ein besagter Tag, natürlich
der Ministerpräsident dann alle Termine auch abgesagt hatte, weil es dann eben einfach
auch andere Dinge gab, die wichtiger waren, das führte dann aber dazu, dass meine Wenigkeit
und Kolleginnen und Kollegen aus der Politik, also der Oberbürgermeister von Bad Kreuzner
Emanuel Litz, mein Landtagskollege von der CDU Helmut Martin und ein Kollege aus der
Partei Bündnis 90 die Grünen auf einem Podium sitzen durften, das dann relativ spontan
einberufen wurde durch Laura Kunz, die Sprecherin der Wirtschaftsunion, die dann darum gebeten
hat, ob wir dann möglicherweise in so einem Podium uns den Fragen der anwesenden Unternehmerinnen
und Unternehmer stellen. Nun, dann habe ich dann schnell den Hut umgezogen von dem zuhörenden
Modus auf den aktiven Modus und hab dann mit den Kollegen aus der Politik vorne im Podium
gesessen und wir haben dann viele, viele Fragen beantwortet rund um die Wirtschaftspolitik
im Land Rheinland-Pfalz, was man kommunal tun, aber natürlich auch bundespolitisch tun
kann und war also insofern sehr aufregend. Da hatte ich dann kurz auch spitzige Hände,
wo wir jetzt schon bei dem Thema waren. Das ist dann gar nicht so einfach, schnell mal
umzuschalten, aber ich glaube, wir sind da oder ich bin da auch ganz gut durchgekommen
und konnte den Abend auch gut mit gestalten, gemessen an den Umständen. Das hat uns natürlich
alles sehr auch betrübt, der Umstand, dass Herbert Martin an dem Tag dann ein paar Stunden
vorher verstorben ist. Das ist schon alles sehr traurig. Ja, insofern war der Freitagabend
dann sehr, sehr aufregend und sehr samstags.
Markus, eine Frage. Ich weiß nicht, inwiefern Johann das im Landtag beobachten konnte. Der
Umgang bei euch zwischen den Parteien, wir hatten das schon ein paar Mal thematisiert,
ist ja relativ gut, mit einer Ausnahme versteht sich. Wenn dann sowas passiert, wie dass der
Justizminister der FDP verstirbt, dann nimmt das wahrscheinlich die anderen Fraktionen
auch arg mit. Absolut, absolut. Also ich kann jetzt nicht
für Helmut Martin sprechen, das würde ich mir auch nie anmaßen, aber ich glaube, so
viel ist schon richtig. Das hat man ihm angemerkt, man hat es mir angemerkt, natürlich auch
Emanuel Letz, der Oberbürgermeister, der ja auch Liberaler ist, der Mitglied der FDP
ist. Das war für uns alle eine sehr, ja wie soll ich sagen, traumatische, na ja traumatisch
nicht, aber eine sehr traurige Angelegenheit. Ich glaube, so kann man es zusammenfassen.
Natürlich denkst du dann, während du vorne in dem Podium sitzt, immer wieder auch mal
gerade noch, wann habe ich ihn denn das letzte Mal gesehen und das war ja auch bei mir jetzt
noch nicht lange her, ja, wann hatte ich die letzte Sitzung. Helmut Martin, mein Kollege
von der CDU, ist Vorsitzender des Rechtsausschusses, ja, der hat sozusagen auch in seiner Parlamentsfunktion
ja ganz sicher ganz viel auch mit Herbert Martin zu tun gehabt und deswegen war das
für uns alles sehr, sehr bedrückend, aber wir haben das sehr professionell gemacht und
ich will an der Stelle auch klar sagen, ist ja auch ein schönes Signal in die Bevölkerung,
dass ich gerade speziell auch mit meinem Kollegen Helmut Martin von der CDU auch da immer sehr
gut auskomme, dass wir uns da auch immer sicherlich auch in der Sache widersprechen. Es gab dann
auch den einen oder anderen Punkt, wo er Dinge geäußert hat, die ich dann auch versucht
habe wieder einzuordnen und umgekehrt, aber das ist immer ein sehr persönlich angenehmes
und sehr faires Miteinander und so macht es dann auch Spaß. Ich glaube, das merkt
dann auch das Publikum, in dem Fall dann die Unternehmerinnen und Unternehmer, die dann
bei den Wirtschaftsjunioren waren. War dann gemessen daran eigentlich ein guter Abend,
aber keine leichte Situation in Mainz.
Dann lasst uns über das Thema Sonntag sprechen. Da war ja was, haben wir am Anfang festgestellt.
Johann, wie hast du den Sonntag denn verbracht?
Am Sonntag, da bin ich aufgewacht, habe lecker gefrühstückt.
Das ist schon mal das Wichtigste für Sonntag.
Ja, Sonntag ist für mich unglaublich wichtig, vor allem wenn man so einen Tag vor sich hat.
Dann sind meine beiden großen Brüder und meine Eltern wählen gegangen, ich darf ja leider noch nicht.
Deine beiden Brüder sind schon erwachsen?
Ja, mein einer Bruder ist vor kurzem 18 geworden, der andere ist jetzt 20 gerade geworden.
Dann hatte ich das Teamtreffen von meinem Jugendgottestienst, wo ich auch mitmache.
Sein nächstes Thema ist, auch passend zu der Wahl, gesellschaftliche Spaltung, wie gehe ich damit um?
Da werde ich dann auch kurz predigen, da freue ich mich schon drauf.
Das hat dann bis so 17 Uhr gedauert, dann bin ich nach Hause gegangen,
habe auf die Wahlergebnisse geguckt, die bis dahin schon raus waren.
Dann habe ich Frust gefernseht, tatsächlich.
Frust gefernseht heißt, du hast dir nicht die ganzen Diskussionen angeguckt, sondern irgendwas anderes?
Ich habe mir einen Kakao gemacht, ich habe mir eine dicke Decke geschnappt
und ich habe mich vor den Fernseher gesetzt, hin und wieder mal auf die Prognosen geguckt
und das jedes Mal bereut.
Tja, Markus, war es bei dir ein bisschen erfreulicher? Wahrscheinlich auch nicht.
Nee, also ich habe die Zeit zu Hause verbracht in meinem Wohnzimmer.
Meine Frau Nicole war nicht da, weil sie Wahlhelferin war bei uns im örtlichen Wahllokal hier in Winterbach.
So habe ich dann alleine auf der Couch gesessen. Die Kinder haben sich anderweitig beschäftigt.
Und ich habe dann dort gesessen und habe mir dann die Ergebnisse, die ersten Prognosen,
auch die ersten Hochrechnungen dann angesehen, angehört.
Ja, das ist natürlich, dass das keine Wahl wird, bei der die SPD als glorreicher Sieger hervorgeht,
das war mir irgendwie natürlich von Anfang an auch klar.
Aber dass natürlich die SPD mit 16 Prozent dort steht, wo sie jetzt steht,
und dass vor allen Dingen die Populisten in diesem Land, also namentlich die AfD,
so viel Zuspruch hat, mit knapp 20 Prozent in der Bundesrepublik,
das ist schon etwas, was nicht mehr nur besorgt,
sondern das ist etwas, wo man sehr konkret über die Frage nachdenkt,
wie geht es mit dem Land weiter.
Und so ging es mir an dem Abend.
Ich habe auch sehr unruhig geschlafen, muss ich zugeben.
Es war einmal spät, als ich ins Bett kam, weil man dann eigentlich nicht richtig wegkommt vom Fernsehen
und immer wieder mal gehofft, okay, in der nächsten Hochrechnung können Sie sich ja vielleicht wieder ein bisschen relativieren.
Was ja am Ende Quatsch ist, weil die Prognosen dann einfach auch schon zu gut sind.
Aber es war eine anstrengende Nacht und ich sage euch ganz ehrlich,
das geht vielen wahrscheinlich auch aus meiner Partei so, die auch in der politischen Verantwortung stehen,
das beschäftigt heute noch, ja, also auch ein paar Tage nach dieser Wahl immer noch sehr intensiv.
Es gibt im Moment ja viele Gespräche innerhalb der Partei,
öffentlich und nicht öffentlich, offiziell und nicht offiziell über die Frage,
was ist jetzt zu tun, wie geht es jetzt weiter, was muss die SPD machen,
darf sie in die GroKo, muss sie möglicherweise sogar rein oder soll sie draußen bleiben.
Das alles sind Fragen, die uns in den nächsten Wochen sicherlich umtreiben werden
und das wird nicht einfach zu beantworten sein, weil die SPD da tatsächlich in einem Dilemma steht.
Das ist auch mein Gedanke, die Frage, die sich mir stellt, ist, weniger wollen wir in der Regierung,
sondern können wir überhaupt draußen bleiben?
Ja, Thomas, also der Punkt ist natürlich, dass die SPD, oder anders angefangen,
dass aufgrund der Ergebnisse zu dieser Bundestagswahl und des Ausscheidens der FDP
im Grunde ja nur eine Regierungsoption möglich ist, das ist schwarz-rot.
Und wenn das der Fall ist, bedeutet das ja auch, wenn wir,
also die SPD uns nicht für eine große Koalition aussprechen,
die gar nicht mehr so groß ist übrigens.
Also wenn wir von große Koalition sprechen,
meint man immer irgendwie, das wären dann riesige Mehrheitsunterschiede.
So groß ist die GroKo dann gar nicht mehr.
Das ist eher eine kleine GroKo.
Aber wenn wir dann als SPD natürlich die Entscheidung träfen,
wir würden uns nicht beteiligen in der Regierung,
würde das im Zweifel bedeuten, dass es Neuwahlen gibt.
Weil natürlich eine Koalition mit der AfD seitens der CDU ausgeschlossen wurde.
Ich hoffe ja wenigstens, dass Friedrich Merz sich daran hält.
Und nicht noch Koalition mit der AfD schmiedet.
Aber am Ende würde das natürlich im Zweifel dann Neuwahlen bedeuten.
Und wenn Neuwahlen dann wieder Thema wären,
ich bin mir nicht sicher, ob SPD und CDU da gestärkt aus der Situation heraus gingen,
sondern ob nicht die Populisten unter Umständen sogar noch mehr Zuspruch dann hätten.
Also wir kommen da in so eine staatspolitische Verantwortung,
wie das gerne genannt wird als Sozialdemokraten.
Das Problem, vor dem wir stehen, ist,
wenn wir in eine große Koalition gehen, werden wir als SPD Abstriche machen müssen.
Ziemlich große Abstriche, vermute ich mal.
Mit Blick darauf, dass wir eigentlich eigene Überzeugungen haben.
Und so viel sei auch gesagt, Friedrich Merz ist nicht unbedingt das Pendant,
das unseren Ansprüchen an eine gute Politik entspricht.
Und insofern wird das nicht leicht.
Die Frage ist, wo stehen wir als SPD in vier Jahren?
Wenn wir in so eine Koalition eintreten,
ich erinnere an die Zeit unter Angela Merkel.
Das war auch keine glorreiche Zeit für die SPD.
Und so stellt sich die große Frage, was ist jetzt richtig?
Staatsverantwortung, absolut wichtiges Argument.
Andererseits eine starke Sozialdemokratie braucht es eben auch.
Wir können ja nicht alle Prinzipien von heute auf morgen über Bord werfen,
weil es die Staatsverantwortung von uns so sieht.
Sondern dann heißt es nachher in vier Jahren,
naja, die SPD hat sich komplett aufgegeben inhaltlich.
Deswegen, lange Rede kurzer Sinn,
sind das jetzt intensive Fragestellungen.
Da muss man strategisch nachdenken.
Welche roten Linien legt man fest als Partei?
Dann werden die Mitglieder, hoffe ich jedenfalls,
auch ein gutes Stück weit mitsprechen bei der Frage,
ob dann die Koalition auch zu tragen kommt.
Das alles sind Dinge,
die uns jetzt in den nächsten Wochen und Monaten beschäftigen werden.
Ja, was mir dann natürlich auch Sorgen gemacht hat,
ist am Freitag, glaube ich, vor der Wahl,
hat Friedrich Merz ja in München eine Rede gehalten.
Und als ich die mir angehört habe,
da habe ich mir das erste Mal tatsächlich richtig,
also natürlich habe ich mir davor Sorgen gemacht,
aber richtig Sorgen gemacht,
weil einfach wirklich Falschinformationen erzählt wurden
und die linke Seite für Spinner erklärt wurde,
für Tote erklärt wurde und das...
Spinner, die nicht mehr alle Tassen im Schrank haben,
das war der genaue Wortlaut.
Also eine witzige Aktion ist ja gerade,
dass alle möglichen Menschen aus dem links-grünen Spektrum
Tassen versenden in die CDU-Zentrale.
Ich wollte mich da übrigens anschließen demnächst.
Ja, das habe ich noch gar nicht mitbekommen.
Siehst du, das ist völlig an mir vorbeigelaufen, der Trend.
Okay, interessanter Hinweis.
Also ich habe mich da auch tatsächlich sehr angegriffen gefühlt von
und finde das auch tatsächlich einfach unverschämt.
Und man versucht dann immer sowas zu deuten.
Man denkt, okay, der Mensch ist für Impulsivität bekannt
und er ist im Wahlkampf, es ist Endspurt und so weiter.
Ich kann nicht sicher sagen, dass sich das nicht fortsetzt.
Ich hoffe es. Ich hoffe es, dass da einfach jetzt mal Ruhe einkehrt,
auch bei dieser politischen Person.
Die Privatperson will ich mehr als kennen, die vermutlich nicht.
Aber dass da jetzt mal diese impulsgesteuerten Unverschämtheiten nachlassen.
Anderenfalls, also wir können, ich weiß nicht, wir können das drin lassen oder nicht.
Ich muss jetzt einfach reden.
Wenn wir eine machtpolitische Zockerart nochmal wie einen Herrn Lindner hintereinander bekommen,
dann weiß ich nicht, was nochmal bei den nächsten Wahlen passiert.
Also das macht mir wirklich, wirklich Angst.
Und das können wir uns, also diese Art von Politik können wir uns an der Spitze doch nicht leisten.
Und deswegen hoffe ich einfach, dass jetzt mal es etwas seriöser zugeht.
Das ist meine Hoffnung und zugleich auch Angst.
Ich finde es auch völlig legitim, das in so einem Podcast auch ruhig mal zu erwähnen, Julian.
Mir geht es ja ähnlich. Aber Thomas, du wolltest noch was sagen.
Julian, du hast den Herrn Lindner in dem Kontext erwähnt.
Und das ist tatsächlich auch ein Gedanke, den ich habe, wenn ich den Merz so reden höre
oder gehört habe, zumindest in den letzten Wochen und Tagen vor der Wahl,
dass einer wie der Lindner die Regierung und damit auch die Stabilität in unserem Land,
also der Demokratie, aber auch der Wirtschaft, die ihm ja angeblich wichtig ist,
aufs Spiel setzt, nur um, und jetzt formuliere ich es positiv, seine Partei, die FDP,
irgendwie voranzubringen. Und das ist positiv formuliert, man könnte ihm auch anderes unterstellen.
Das, finde ich, ist das genaue Gegenteil von dem, was man von der SPD immer verlangt,
nämlich Verantwortung für das Land zu übernehmen.
Und da erwarte ich von einem Bundeskanzler, egal von welcher Partei der ist
und auch von einem Bundesfinanzminister, egal von welcher Partei der ist, einfach mehr.
Nicht so ein kindisches Gehabe, wie es unser letzter Bundesfinanzminister an den Tag gelegt hat,
sondern wirklich Verantwortung für das Land.
Und ob der Friedrich Merz das kann, wir werden es merken.
Also er hat viel dafür getan in den letzten Wochen, den Eindruck, dass er das könnte, zu zerstreuen.
Aber er rudert ja jetzt schon wieder in eine andere Richtung.
Wie glaubwürdig das ist, wird sich zeigen.
Was du ansprichst, Thomas, ist das Thema Schuldenbremse wahrscheinlich.
Dass vor der Wahl bzw. nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes die CDU die Partei war,
die strikt, obwohl wir locker dann eine Mehrheit gehabt hätten, eine Zweidrittelmehrheit,
die sich strikt dagegen verwehrt hat, die Schuldenbremse zu reformieren,
jetzt auf einmal genau das Thema für sich entdeckt und jetzt tatsächlich ernsthaft darüber nachdenkt,
das gemeinsam mit den Parteien noch vor der Konstituierung des neuen Bundestages durchzubringen.
Selbst wenn die Schuldenbremse jetzt erstmal nicht angefasst wird, was ja klar zu sein scheint,
ist, dass man nochmal ein Sondervermögen für die Bundeswehr auflegt,
was man auch schon hätte machen können vorher.
Sodass da ein Unions-Kanzlerkandidat oder ein Parteichef der Union,
das die Stabilität im Land gefährdet, monatelang, nur um sie dann, sobald er die Wahl gewonnen hat,
um dann die Forderung aufzunehmen.
Ich tue mir schwer damit, das ist mir zu viel.
Das ist genau das, was die Leute nicht wollen.
Und das ist genau das Gegenteil dessen, was man von uns verlangt.
Und das verlange ich dann auch von Friedrich Merz, dass er sich da anders verhält.
Absolut, absolut. Ja, das ist so.
Ja, also spannende Zeiten, auf die wir zusteuern.
Ich kann Julian dich da auch nur bekräftigen, ich sehe das wie du.
Und Thomas, du hast ja auch einige Punkte erwähnt, die jetzt mit Blick auf die Person Friedrich Merz
noch mal interessant sein werden, wie er sich da künftig positioniert.
Ich meine, am Ende soll der Mensch Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sein.
Jedenfalls, wenn eine Koalition zustande kommt.
Und uns muss klar sein, der vertritt natürlich Deutschland nicht nur nach innen,
sondern am Ende auch nach außen.
Und ich bin mir nicht sicher, ob es gut ist, wenn man jemanden in diesem
sowieso schon von, wie soll ich sagen, sehr selbstbewussten Männern dominierten Weltlage
noch zusätzlich jemanden da reinbringt, oder ob das der Sache eher abträglich ist.
Da bin ich mir auch noch nicht so ganz schlüssig, was ich davon halten soll.
Aber, nun, ich meine, am Ende...
Johan, was mich interessieren würde, wie ist es denn bei dir in der Altersgruppe?
Bei euch in der Schule, ihr habt ja bestimmt auch öfter über die Wahlen schon gesprochen.
Wie ist denn die Stimmung bei euch, also mit Blick auf die gesamte Gemengelage
und auch mit Blick auf die AfD, die ja auch bei jungen Wählern ganz ordentlich abgeschnitten hat?
Die meisten, zumindest in meiner Klasse, die ein relativ politisches Bewusstsein haben,
sind eher so Richtung SPD, Grün oder Linke.
Aber dann hat man auch, man trifft leider nicht sehr selten Leute,
wo man merkt, die haben sich entweder wirklich in ihrer Bubble festgefahren
und merken das selber gar nicht mehr.
Das finde ich sehr schade.
Man sieht auch Leute, bei denen kommt das einfach von den Eltern.
Aber wenn man wirklich mit denen redet, dann verstehen die das meistens auch.
Das Problem ist nur, dass eine Woche später, wenn man dann mit den Leuten wieder redet,
es ist halt einfach, es ist schwierig in einem Elternhaus zu leben mit Eltern,
die eine andere Meinung haben als man selbst.
Ich glaube, das ist in uns Menschen so ein bisschen vorprogrammiert,
vor allem wenn man jünger ist.
Und ich mache mir wirklich Sorgen, weil viele all ihr politisches Wissen
von TikTok oder von Instagram haben oder noch schlimmer von Telegram oder Twitter.
Ist das tatsächlich so? Also du hast ja jetzt im Praktikum Zeitung lesen müssen.
Du wurdest dazu gezwungen.
Ja, tragisch.
Ja, schlimm, oder? Nee, aber ist es wirklich so Social Media lastig?
Es ist sehr Social Media lastig. Also das unterschätzen viele.
Aber im Prinzip hat man nur noch, also teilweise,
es ist schon so die Hälfte der Leute gucken noch so Sachen wie Tagesschau, ARD und ZDF.
Und der Rest benutzt dann halt Instagram und TikTok.
Wenn es schlimmer läuft, Telegram und Twitter.
Und das ist wirklich, gerade bei sowas wie Telegram und Twitter,
merkst du einfach, die Leute haben dann wirklich ihre Bubbles.
Da kriegen die immer wieder, werden ihnen von Gleichgesinnten so Sachen zugespült.
Wie zum Beispiel hier, guck mal, hier, da lügt uns die Regierung wieder an.
Wenn das alles ist, was man mitkriegt, dann kommt man da, glaube ich, auch nicht mehr raus.
Ich finde, da würde ich mir wünschen, auf EU-Ebene oder zumindest auch auf Bundesebene,
dass da Sachen reguliert werden, weil das, wie es aktuell läuft,
einfach mit falschen Informationen und allem, das ist ein rechtsfreier Raum.
Und das geht halt einfach nicht, finde ich.
Da bin ich ganz bei dir tatsächlich.
Auch wenn ich Social Media mittlerweile nur noch am Rande mitkriege,
weil ich mich da verabschiedet habe.
Hast du noch Social Media Accounts, Johann?
Ja, klar. Ich benutze auch Social Media aktiv. Das ist einfach nicht mehr wegdenkbar, finde ich.
Vor allem, wenn man in meinem Alter ist.
Die meisten Kommunikationswege sind zum Beispiel über Instagram oder TikTok.
Und das ist nicht wegdenkbar.
Also man kann nicht einfach sagen, wir verbieten TikTok, wir verbieten Instagram.
Das würde nichts bringen.
Man muss halt wirklich gucken, wie man das reguliert.
Ja, Social Media ist ein großes Thema, das aktuell für uns in der aktiven Politik nicht wegzudenken ist,
weil wir natürlich, solange es diese Medien gibt, dort nicht nicht sein können.
Weil wir natürlich dann auch gerade den Populisten ein bisschen was entgegensetzen müssen.
Das ist eine schwierige Debatte, bei der ich mich persönlich auch immer sehr schwer tue.
Ich versuche so gut es geht, mit den Sachargumenten, mit den Sachdingen dort präsent zu sein und Dinge zu erklären.
Das ist das Einzige, was ich dort wirklich mache.
Ich gehe auch schon mal in eine Diskussion rein, aber in aller Regel ist das eher so eine Einbahnstraße, die ganze Geschichte.
Ihr Lieben, lasst uns ein bisschen auf die Uhr gucken.
Ich würde sagen, lieber Johann, wir haben morgen noch einen interessanten Tag.
Morgen ist übrigens Altweiberfasching.
Das heißt, wir werden morgen auch ein bisschen was in Sobernheim sicherlich vom Marktplatz noch mitbekommen.
Sofern wir im Büro sind und ansonsten endet dein Praktikum am Freitag.
Magst du vielleicht, Johann, nochmal so einen kurzen Schlusseindruck loswerden an die Zuhörerinnen und Zuhörer zu dem Praktikum?
Es war deutlich schöner als erwartet.
Ich dachte, ich sitze in irgendwelchen Aussichtsräten, esse Kekse und erkläre ab und an jemandem, wie man einen Computer aktiviert.
Es war sehr eindrucksvoll.
Es hat mir Spaß gemacht.
Das ist es eigentlich.
Keine Ahnung, es ist einfach sehr viel.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen sollte. Das würde jetzt den Rahmen sprengen.
Also was wir auf jeden Fall noch machen werden, lieber Johann, oder was du viel mehr machen wirst,
du wirst ja noch einen Praktikumsbericht veröffentlichen, den werden wir natürlich auch auf der Internetseite noch veröffentlichen.
Auch bei Social Media soll er, glaube ich, erscheinen.
Und da wird man noch mal ein bisschen nachlesen können und vielleicht auch das ein oder andere Bild noch mal sehen von deiner Zeit in diesem Praktikum.
Ich will mich jetzt schon mal bedanken, Johann, für dein großes Interesse,
für zwei wirklich aufregende Wochen, die du, glaube ich, erleben durftest, die wir auch gemeinsam erleben durften.
Es hat mir auch mir viel, viel Freude gemacht und wir haben das auch in der Folge mit Aaron schon gesagt,
dass es einfach sich immer lohnt, wenn man mal Lust hat, da reinzuschnuppern in die Politik,
das politische Arbeiten, da kann man natürlich Praktika machen, die müssen auch nicht immer zwei Wochen gehen,
da kann man auch mal eine einwöchige Zeit vereinbaren, das geht alles.
Wer da Interesse hat, gerne den Julian oder den Thomas kontaktieren, www.stein-markus.net,
da findet ihr alle Kontaktdaten und Kontaktmöglichkeiten.
Ansonsten, Johann, danke ich dir für dein Interesse und wünsche dir vor allen Dingen für die Zukunft alles, alles, alles Gute
und ich bin mir sicher, man sieht sich im Leben ja immer zweimal und da freue ich mich jetzt schon drauf.
Okay, Johann, vielen Dank, Thomas, Julian, ich wünsche euch was, wir sehen uns ja sowieso immer wieder
und es werden aufregende Zeiten und allen da draußen, ja, bleibt demokratisch
und vor allen Dingen nicht den Kopf in den Sand stecken oder nicht den Sand in den Kopf stecken,
nee, nicht den Kopf in den Sand stecken, so ist es richtig, genau.
Ich wünsche euch was, macht's gut.
Tschüss.
Zack, okay, ist im Kasten.
Zack, okay, ist im Kasten.